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Bereits im Jahr 2012 kündigte die Internationale Normenorganisation ISO eine Revision für die ISO Norm 14001 an. Nun, über drei Jahre später, befinden sich die Entwürfe in der Schlussphase. Bei all der Arbeit dürfen so im September 2015, zur geplanten Veröffentlichung, einige große Änderungen zu erwarten sein. Mit den über 250.000 Zertifikaten weltweit sowie allein in Deutschland 7.000 eingeführten Umweltmanagementsystemen, ist die ISO 14001 die derzeit führende Norm für diesen Bereich. Befürchtungen und Hoffnungen - Die Reaktionen auf die angekündigte Überarbeitung waren gespalten. Zwar wurde der Wunsch nach redaktionellen Änderungen durchaus laut, doch gleichzeitig bringen Neuheiten natürlich immer auch Risiken sowie finanziellen und personellen Aufwand mit sich. Dennoch: Alles in allem reagieren die Unternehmen ungeduldig und positiv gestimmt: Der vorgestellte Schlussentwurf zeigt entscheidende Änderungen in wichtigen Bereichen auf. Dies erleichtert die tägliche Arbeit mit Umweltmanagementsystemen, deren Einführung sowie die klare Integration von Geschäftsprozessen in die Managementsysteme. Aber wie sehen diese Änderungen nun konkret aus?

ISO 14001: Was ändert sich?

Die erste und gewiss eine der wichtigsten Änderungen ist der Aufbau der Norm ISO 14001 gemäß der „High Level Structure“ Form. Dies betrifft weitestgehend alle ISO-Normen. Die Vereinheitlichung wird als positive Entwicklung gesehen, welche die Arbeit mit und die Integration von Normen erheblich vereinfachen wird – für die Zertifizierer und Unternehmen.
Das Kapitel zu den „Vorbeugemaßnahmen“ wurde als „Option“ entfernt und unweigerlich in den verpflichtenden Teil der ISO Norm aufgenommen.
Abweichungen sollen noch früher identifiziert und vermieden werden. Daher betreffen die Änderungen vor allem auch das Bewertungsverfahren bzgl. UMS.
Für wen das nach ISO 14001 zertifizierte UMS für KMUs bislang ein Labyrinth aus Phrasen war, der darf sich auf praxisnähere Formulierungen und benutzerfreundlichere Normtexte freuen.
Während die internen Faktoren zwar Erleichterung bringen, in ihrer Umsetzung aber wohl nur wenig Kopfzerbrechen bereiten werden, wurden den externen Umfeldfaktoren eines Unternehmens ein größerer Stellenwert zugeschrieben als dies bislang der Fall war. Im Fokus stehen vor allem jene Faktoren, die der Erreichung der Ziele des UMS dienen.
Die Unternehmensführung steht daher nun vor der Herausforderung einer neuen strategischen Planung von Kerngeschäftsprozessen. Denn es werden neue Anforderungen an die Unternehmensleistung fällig, beispielsweise die Beachtung und Definition umweltschutzrelevanter Kennzahlen, das Streben nach einer positiven Umweltbilanz und einer allgemein größeren Verantwortung bezüglich der UMS-Umsetzung.
Jedes Produkt erhält einen eigenen „Produktlebenszyklus“. Dieser jedoch wurde bislang noch nicht in Kriterien erfasst und niedergeschrieben.
Die Anforderungen an eine weitere Verbesserung der Umweltleistung werden noch einmal erhöht. Es sind zukünftig konkrete Kennzahlen zu bewerten.

Alles in allem, werden in der neuen ISO 14001:2015 vor allem externe Faktoren mehr in den Produktionsprozess einbezogen und das Top-Management muss sich vermehrt für die Einhaltung der Umweltschutzmaßnahmen verantworten. Die Umweltleistung soll nachhaltig gebessert werden, was nur in der Integration der Norm mit ihren Verwandten, der DIN EN ISO 14031, der DIN EN ISO 14044, der ISO 50001 und der Verknüpfung mit dem UMS geschehen kann. Um dies zu ermöglichen, werden derzeit nicht nur die 140001, sondern alle Normen grundlegend angepasst und durch das „High Level Structure“ System vereinheitlicht.

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